Gottesdienst am Sonntag

Derzeit findet kein Gottesdienst statt.

Hier meine Predigt für den Sonntag:

Predigt an Palmsonntag, den 5. April 2020

Liebe Gemeinde!
Der Palmsonntag hat seinen Namen von Jesu Einzug in Jerusalem. Erinnern wir uns: Jesus wird in Jerusalem begeistert aufgenommen. Die Menschen streuen Palmzweige vor ihm auf den Weg. Und dieser triumphale Einzug ist zugleich der Beginn seines Weges ins Leiden und Sterben. Und durch die Auferstehung wurde für die Jünger sichtbar: Sein Weg des Leidens ist zugleich sein Weg in die Herrlichkeit.
Der Wochenspruch heißt: Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“ (Johannes 3, 14b.15). Dieser im Leiden erhöhte Menschensohn ist jetzt unter uns durch seinen heiligen Geist, um unseren Glauben zu stärken, um uns zu trösten und uns zu Kindern des Lichts und der Liebe zu machen.
Predigttext
Mk 14,3-9
3 Und als er in Bethanien war, im Haus Simons, des Aussätzigen, kam, während er zu Tisch lag, eine Frau, die ein Alabasterfläschchen mit Salböl von echter, sehr kostbarer Narde hatte. Sie zerbrach das Alabasterfläschchen und goss es aus auf sein Haupt. 4 Einige aber waren unwillig bei sich selbst [und sprachen]: Wozu ist diese Vergeudung des Salböls geschehen? 5 Denn dieses Salböl hätte für mehr als dreihundert Denare verkauft und den Armen gegeben werden können. Und sie fuhren sie an. 6 Jesus aber sprach: Lasst sie; was macht ihr ihr Schwierigkeiten? Sie hat ein gutes Werk an mir getan; 7 denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen wohltun; mich aber habt ihr nicht allezeit.8 Sie hat getan, was sie vermochte; sie hat im Voraus meinen Leib zum Begräbnis gesalbt. 9 Aber wahrlich, ich sage euch: Wo irgend das Evangelium gepredigt werden wird in der ganzen Welt, wird auch davon geredet werden, was diese getan hat, zu ihrem Gedächtnis.
Liebe Gemeinde,
wir leben gerade auf Abstand. Und das ist schon komisch. Denn Distanz, Abstand ist in normalen Zeiten Ausdruck von Unwohlsein, Ablehnung. „Bevor ihr euch wehtut, geht euch eine Weile aus dem Weg“, ist manchmal ein guter Ratschlag der Lehrerin an zwei Schüler, die sich immer von neuem in die Wolle kriegen. Wenn sich Dinge klären lassen, sehr gut, wenn es nicht geht, hilft manchmal auch Distanz.
Nun ist es aber gerade so, dass wir im öffentlichen Leben ständig auf Distanz gehen. Dabei haben wir gar nichts gegeneinander. Das fühlt sich dann zurecht komisch an und trägt bei zu der Unsicherheit, die wir gerade empfinden. Es passt einfach nicht, wie wir gerade leben.
Vielleicht ist es gut, sich immer wieder klar zu machen, dass wir das nur tun, um Leben zu schützen. Wir tun es nicht gegen, sondern für unsere Mitmenschen. Sich das klarzumachen, kann helfen, mit der Situation besser zurecht zu kommen.
Völlig quer zu unserer Situation steht unser heutiger Predigttext. Die Frau, die Jesus in Schutz nimmt, von der er sagt, dass sie sich richtig, ja vorbildlich verhalten hätte, hält gerade keine Distanz. Im Gegenteil: sie durchbricht alle Regeln, die sie auf Distanz halten sollen. Die damals gültige Regel, dass eine Frau nicht so einfach in die Männerwelt einbricht, die Regel, dass sie nicht einfach einen Mann berühren darf, die Regel, dass sie als bekannte Sünderin, so wird sie im Lukasevangelium vorgestellt, sich eigentlich zurücknehmen sollte. Warum sie als Sünderin gilt, wird nicht erklärt.
Die Frau ist sehr mutig. Hätte Jesus sie abgewiesen, wäre sie vor allen blamiert. Sie riskiert viel. Aber das scheint für sie keine Rolle zu spielen. Was für sie zählt, ist ihre Liebe zu Jesus, dem sie einen Dienst erweisen will. Sie kümmert sich nicht um Konventionen. Sie richtet sich allein nach ihrem Herzen. Eine bewundernswert mutige Frau und eine zärtliche Geschichte. Heute der Predigttext mitten in dieser Zeit der Distanz.
Die Jünger machen ihr schwere Vorwürfe. Das teure Öl, mit dem sie die Füße von Jesus salbt, es hätte doch den Armen gegeben werden müssen. Wir hören die Stimme des Meisters, die Stimme Jesu aus diesen Worten, der sich immer für die Armen stark gemacht hat. Die Jünger meinen ganz in seinem Sinn zu reden. Aber Jesus denkt hier anders. Sie hat ein großes Werk an mir getan. Ein Werk der Liebe.
Alles hat wohl seine Zeit. Die Liebe hat auch ihre Zeit, wie das Ringen um Gerechtigkeit. Das kühle Rechnen und die verschwenderische Liebe, die professionelle Zurückhaltung und die zärtliche Liebe. Das Eine soll nicht gegen das Andere ausgespielt werden. So verstehe ich Jesus an dieser Stelle. Es gilt, wie die Frau in unserer Geschichte, den richtigen Zeitpunkt zu erspüren. Auch Zärtlichkeit, auch die Liebe hat ihre Zeit.
Allerdings nicht jetzt, möchte man Jesus heute sagen. Gerade ist Distanz angesagt. Gerade weil wir das Leben lieben und schützen wollen. Und das ist sicher ganz im Sinne Jesu.
Ich finde, es ist nicht einfach, den heutigen Predigttext in unsere Zeit auszulegen. Geholfen hat mir der Gedanke eines Zukunftsforschers, der die Empfehlung gegeben hat, sich jetzt schon innerlich in die Zeit nach der Krise hineinzudenken. Damit wir uns jetzt schon vorbereiten auf das Leben danach. Damit wir besser vorbereitet sind auf das Leben danach.


Machen wir also ein Gedankenspiel und stellen uns vor ein Jahr wäre vergangen. Es ist Frühling, die Coronakrise ist überstanden. Wir blicken zurück. Wir haben es geschafft. Vielleicht denken wir sogar: zum Glück ist uns das Schlimmste erspart geblieben. Gewiss, es war schwer. Aber auch ein neues Zusammengehören war spürbar. Wir haben es auch gemeinsam geschafft. Ein gutes Gefühl. Und wir haben auch neu gelernt, wie wichtig uns Nähe und Gemeinschaft ist. Wie sehr wir unsere Feste und unser Zusammensein vermisst haben. Ein neues Gespür ist entstanden für das, was im Leben wirklich zählt.
Wir können verstehen, warum Jesus die Frau so lobt. Zärtlichkeit und Mut, den Mut des offenen Herzens, brauchen wir jetzt. Das haben wir im vergangenen Jahr neu entdeckt oder wiederentdeckt: Wie sehr wir die offene Weite Jesu brauchen und wie richtig es ist, dass er das Gebot der Nächstenliebe in die Mitte der Gebote gestellt hat.
Als Gemeinde wollen wir nicht Grenzen ziehen durch überholte Konventionen zwischen alten und jungen, katholischen und evangelischen, frommen und suchenden Christen. Bibelstellen sind nicht Waffen gegen Menschen, die anders denken, Gebote dienen nicht der eigenen Absicherung. Wir wollen Gemeinde im Sinne Jesu sein, Menschen, die offen aufeinander zugehen. Wir zählen nicht die Sünden der Anderen. Wir wissen, dass wir selbst auf Barmherzigkeit angewiesen sind. Wir sind Gemeinde nicht als Burg, sondern als Oase.
Einander herzen, so übersetzt Martin Luther einen Vers aus dem Alten Testament. Einander herzen, ein schönes Bild für das Zusammensein im Geiste Jesu.
Nicht, dass wir einander alle von Herzen lieben würden, das wäre eine Überforderung, aber dass wir einander mit offenem Herzen, behutsam, achtsam begegnen, darauf können wir achten. Kein Marschtakt, nicht der Stiefel, der mit Gedröhn daher geht, sondern die freundliche Weite Jesus ist das Bild, das uns leitet. Nicht der kritische Blick, sondern die offenen Augen des Herzens bestimmen unser Miteinander.


Etwas naiv, sich so die Zukunft vorzustellen, denkt vielleicht jetzt mancher. Etwas naiv zu denken, nachher wird es besser. Die Krise macht uns ja nicht zu besseren Menschen. Im Gegenteil, man sieht ja gerade auch, wie sich immer wieder Rücksichtslosigkeit und Egoismus breitmachen. In der Krise ist es ja durchaus menschlich, zunächst an sich zu denken.
Trotzdem, ich glaube, dass es eine gute Einladung ist, jetzt schon über diese Zeit hinauszudenken. Nicht in blindem Optimismus, aber mit den Augen Jesu, mit unserem heutigen Predigttext. Das ist nicht einfach naiv optimistisch. Keiner kann sagen wie die Zukunft wird. Aber wir können glauben und dafür eintreten, dass in dieser Zukunft die Liebe Jesu wirksam ist. Nicht weil wir wissen, dass die Zukunft so kommt, aber weil wir überzeugt sind, dass das Leben so gemeint ist und dass es sich dafür zu leben lohnt.
Wenn wir uns so, in dieser Zeit, mit dem Leben danach und dem Gebot und der Verheißung Jesu beschäftigen, dann kann es uns helfen, nachher wieder besser ins Leben zu finden.
Diese Krise verlangt ja viel von uns. Viele haben Angst um ihre Arbeit. Familien, die beengt wohnen, haben es jetzt schwer. Einsame haben es jetzt schwer. Für diese Krise gibt es auch keine Erklärung. Sie hat nichts mit dem Willen und der Zukunft Jesu zu tun. Sie ist eines der großen Rätsel, auf die wir keine Antwort wissen.
Das einzige, was wir vielleicht jetzt tun können, ist dieser rätselhaften Krise dadurch einen Sinn geben, dass wir diese Zeit nutzen, um uns neu auf das Leben im Sinne Jesu auszurichten. Indem wir uns zum Beispiel über diese Zeit hinausträumen, damit wir Bilder und Ideen haben, wie das Leben nachher aussehen könnte und so besser wieder in das Leben danach hineinfinden. Indem wir auch weiter an die Zukunft unserer Kinder denken und die Bewahrung unserer schönen Erde. So könnte wir mit aller Vorsicht gesagt die Krise im Nachhinein trotz allem auch zu einem guten Schritt in die Zukunft machen.
Distanz ist das Gebot der Stunde. Das gilt, weil wir füreinander Verantwortung tragen. Aber danach soll es wieder anders sein. Dann gilt es wieder neu aufeinander zuzugehen und gemeinsam das Leben und die Zukunft zu gestalten.
Distanz ist das Gebot der Stunde. Aber Zärtlichkeit schließt das nicht aus. Wir haben ja noch unsere Augen und unser Lächeln. Und das kann in dieser Zeit sehr wirksam sein. Es ist eine alte Erfahrung: Wenn wir uns zurücknehmen, kann das Wenige, das bleibt, umso stärker zur Geltung kommen. Ein freundliches Lächeln, ein freundlicher Blick bei einem Frühlingsspaziergang kann viel sagen, gerade in diesen Tagen. Gott schenke uns die offenen Augen des Herzens.
Amen
 

Ich wünsche Ihnen einen gesegnete Passionszeit

Ihr Pfarrer Dirk Hahn

Predigt Sonntag Judika

 

Predigt zum Sonntag Judika

Judika: Schaffe mir recht nach Psalm 43. Mit diesem Sonntag beginnt nach alter Ordnung die eigentliche Passionszeit. Die Texte, die an diesem Sonntag ausgelegt werden, sind deutlich auf Karfreitag hin ausgerichtet.

Der Predigttext heute: Hebräer 13,12-14
„Jesus hat, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, aber die zukünftige suchen wir.“

Liebe Gemeinde!Draußen vor dem Tor, wurde Jesus hingerichtet. Draußen, außerhalb von Jerusalem, außerhalb der Gemeinschaft, außerhalb des Zusammenlebens ehrbarer Bürger. Draußen heißt es im Predigttext. Hingerichtet wurde Jesus außerhalb der Stadt, als sichtbares Zeichen: der gehört nicht dazu, von ihm ist nichts mehr zu erwarten. Die Mächtigen, die Angesehenen, die Priester hatten es ihm gezeigt. Römer und Juden gemeinsam. Alle sollten es sehen: der Hingerichtete ist ausgestoßen vom guten Leben.Seltsam, auch jetzt, wo wir so viel drinnen sind, in unserer Stadt, in unserem Ort, in unseren Wohnungen, kann man das Gefühl haben draußen zu sein, abgeschnitten vom Leben. Aus dem Leben geschleudert, plötzlich am Rand, alles ist ruhig, das Arbeiten und Feiern, das so schöne und manchmal so anstrengende Leben unterbrochen. So eine Lebensunterbrechung, so eine Ruhe kann heilsam sein. Man kann durchatmen, Kraft sammeln, sich neu ausrichten. Sie kann aber auch beunruhigend sein. Die drängende Frage stellt sich vielleicht: wie geht es nachher weiter, werde ich wieder meinen Beruf haben, wenn das alles vorbei ist. Hoffentlich komme ich gesund durch.Draußen, abgeschnitten vom Leben sind gerade die Menschen, die in den Krankenhäusern nicht oder fast nicht besucht werden dürfen. Das kann eine bittere Erfahrung sein, für Kranke, Sterbende und die Angehörigen. Ärzte, Pfleger, Seelsorger tun, was möglich ist. Alle diese Menschen brauchen unser Mitgefühl und unser Gebet.Draußen sein, das kann auch ein Lebensgefühl sein. Äußerlich gar nicht sichtbar, aber in einem Menschen kann sich das festsetzen. Wenn ein Mensch das immer wieder erlebt hat, dass er ausgeschlossen wird, in der Schule, am Arbeitsplatz. Ein, zweimal, kann man es vielleicht ertragen, irgendwann setzt sich das fest: das Gefühl, ich gehöre nicht dazu. Jeden kann das treffen. Die Angst rauszufallen, aus der bürgerlichen Mitte zu fallen, vielleicht weil man den Beruf verliert, ich glaube fast jeder kennt diese Sorge. Es kann ja manchmal so schnell gehen.Jesus ist draußen vor dem Tor. Von der Gemeinschaft ausgeschlossen. Dabei hat gerade er Menschen immer wieder in die Gemeinschaft geführt. Wir können uns das vielleicht gerade heute besonders gut, von der Sehnsucht getrieben vorstellen: die gute Gemeinschaft Jesu, unter dem weiten Himmel Palästinas. Die Tischgemeinschaft Jesu mit seinen Freundinnen und Freunden und denen, die draußen waren, die eigentlich nicht dazugehörten: seine Gemeinschaft mit den verachteten Zöllnern, den Unehrenhaften, den Sündern. Das muss eine fröhliche Gemeinschaft gewesen sein. Die, die sonst am Rand standen, gehörten auf einmal dazu, waren mitten drin. Die Weite, die Vergebung, die kraftvolle Ausstrahlung, die Vollmacht Jesu machte es möglich. Er frisst und säuft mit Zöllnern und Sündern, sagten die Gegner von Jesus. Im Guten können wir uns vorstellen: Bei ihm wurde ein Zusammensein spürbar, das Keinen ausschließt. Gemeinschaft ohne Angst.Diese Weite Jesu ging vielen zu weit. Darum haben sie den, der Menschen zurück in gute Gemeinschaft geholt hat, ausgeschlossen. Vor den Toren der Stadt hingerichtet. Damit alle es sehen können: diese Gemeinschaft, diese Offenheit, diese Weite Jesu hat keine Gültigkeit. Mehr noch, er ist ein von Gott verstoßener und von den Menschen verachteter. Aber zu diesem Menschen hat sich Gott bekannt. Dort draußen, außerhalb guter Gemeinschaft, dort, wo das gute Leben am Ende ist, beginnt etwas Neues. Dort beginnt eine Gegengeschichte zu allem ausschließen, verurteilen, verachten. Dort beginnt, ganz klein, kleiner als ein Senfkorn, die Geschichte einer guten Gemeinschaft. Zuerst nur die Gemeinschaft von einem Menschen mit Gott. Die Gemeinschaft Jesu mit Gott ist der Anfang. Zu dem Verachteten, von den Priestern verurteilten, von den ehrbaren ausgestoßenen bekennt sich Gott.Und dann geht die Geschichte der guten Gemeinschaft weiter, indem immer mehr Menschen sich zu diesem Menschen bekennen. Sie tragen das Kreuz, das Zeichen der Verachtung, als ihr Zeichen. Sie stellen sich zu dem Ausgestoßenen und bekennen sich zu ihm. So beginnt eine neue Gemeinschaft, die keine Opfer und keine Feinde braucht, die niemand ausschließen muss. So schafft Gott sein heiliges Volk. Da war am Anfang eigentlich nichts Heiliges. Das Kreuz war ein Fluchzeichen. Aber hier nimmt die Geschichte vom heiligen Volk ihren Anfang: vom heiligen Volk, das nicht mehr ausschließen, verurteilen, verfluchen muss, sondern Segen unter den Völkern sein kann.Wenn wir auf die Geschichte des christlichen Glaubens blicken, gibt es dunkle Kapitel, wo das nicht so war. Aber das Zeichen des Kreuzes erinnert uns daran, dass es eigentlich anders sein soll. Als Christen suchen wir wieder die Weite und gute Gemeinschaft, die Jesus in diese Welt hineingelebt hat. Wir suchen sie und manchmal finden wir sie auch:Als Vikar in Stuttgart habe ich nach einem langen und anstrengenden Tag eine Familie von Kosovoalbanern besucht, damals nicht anerkannte Asylsuchende. Der Vater der Familie sah meine Müdigkeit, er empfing mich freundlich. Ich entschuldigte mich für mein zu spät kommen, er sagte: „Wir haben Zeit“. Ich konnte auf einmal alles hinter mir lassen. Wir tranken Tee und waren verbunden in heiterer guter Gemeinschaft. Die, die eigentlich am Rand standen, hatten mich aufgenommen.Manchmal können wir sie erleben, die gute, weite Gemeinschaft, die Christus in diese Welt hineingelebt hat. Immer um 19.30 Uhr lädt der Klang der Glocke uns in Weilstetten und in vielen anderen Gemeinden ein eine Kerze ans Fenster zu stellen und ein Gebet zu sprechen. Auch eine Möglichkeit, Gemeinschaft zu erfahren, obwohl man getrennt ist. Inzwischen weiß ich von einigen, die bei diesem Gebet dabei sind. Diese Verbundenheit tut gut.Vielleicht so, vielleicht auch ganz anders, es gibt viele Wege in dieser Zeit miteinander trotz allem Verbunden zu sein. Das Gebet und die innere Verbundenheit durch das Gebet, wann auch immer am Tag, kann uns diese Verbundenheit schenken.Wir haben hier keine bleibende Stadt, heißt es in unserem Predigttext ganz realistisch. In den Kriegs- und Krisengebieten wird das besonders erlebt, wo Menschen aus ihrer Stadt und Heimat vertrieben werden. Wir erleben es gerade auch, wo uns die Heimat auf einmal fremd wird, weil alles Anders ist, weil wir nicht mehr so Gemeinschaft erleben können, wie wir es gewohnt sind. Gemeinschaft ist Heimat.Wir haben hier keine bleibende Stadt, aber die Zukünftige suchen wir. Wir sind suchende. Immer ein wenig heimatlos und immer auf der Suche nach einer wirklichen Heimat.Uns verbindet mit vielen Menschen die Hoffnung, dass unsere Stadt und unser Ort bald wieder unsere Heimat ist. Dass das Ende dieser schwierigen Zeit kommt in nicht ferner Zukunft.Als Christen verbindet uns darüber hinaus die Hoffnung, dass im Leben nach dieser Krise vielleicht manches anders sein kann: dass Gemeinschaft neu erlebt wird, dass wir neue Gewissheit finden, was wirklich im Leben wichtig ist und dass wir uns mehr danach ausrichten.Als Christen sind wir auf der Suche nach der Zukünftigen Stadt, die einst kommt, nach dieser Welt, die aber schon in diese Welt hineinleuchtet: die Stadt, in der keiner den Anderen fürchtet, weil keiner von den Anderen ausgestoßen wird, in der Krankheit und Tod überwunden wird. In der Welt, in der wir sie wiederfinden: die gute Gemeinschaft Jesu, die Weite und die Nähe, die Freundlichkeit und die Vergebung. Nach dieser Stadt sehnen wir uns, diese Stadt suchen wir, weil Christus in unserer Mitte ist.  Amen

In Weilstetten findet in der St. Dionysius-Kirche sonntags in der Regel um 9:30 Uhr Gottesdienst statt.


Die Kinderkirche findet zu bestimmten Terminen im Jahr statt. In der Adventszeit probt die Kinderkirche für das Krippenspiel an Heiligabend. Die Planungen und Termine über das Jahr werden rechtzeitig bekannt gegeben.


Die aktuellen Zeiten entnehmen Sie den Angaben unter "Aktuelle Termine und Gottesdienste".
 
Das Abendmahl wird mehrmals im Jahr im Gottesdienst gefeiert. Es wird abwechselnd mit Einzelkelch und Gemeinschaftskelch, mit Traubensaft und Wein gefeiert.